Ein Mann greift nach dem Arm einer Frau und dreht ihr seinen Kopf zu. Der Mann hat dreckige Kleidung an. Die Frau raucht eine Zigarette. Beide schauen sich an, der Blick der Frau ist skeptisch und abweisend.
© Public Domain (The Salvation Hunters, 1925)
7 November 2026 | 15:00 - 16:30

Ekel erspüren – Eine verkörperte Dramenerkundung

Susanne Klimroth (Humboldt-Universität zu Berlin)

Kann Ekel widerständig sein? Zwischen Gegenwartserfahrung und Dramen der 1920er Jahre erforschen wir Ekel als politische Emotion.

Ausgehend von Marieluise Fleißers Drama Fegefeuer in Ingolstadt (1926) lädt dieses partizipative Forschungslabor dazu ein, Literatur als Erfahrungsraum zu entdecken. In einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche entwirft Fleißer eine Welt, in der Körper bewertet, ausgegrenzt und kontrolliert werden. Zugleich stellen ihr Text und andere Dramen der 1920er Jahre Fragen, die bis heute nachhallen: Wer gilt als „abstoßend“ – und warum? Wann wird Ekel zum Instrument gesellschaftlicher Ausgrenzung, wann kann er Ausdruck von Selbstschutz und Widerstand sein?

Wie verändert sich Literatur und wie verändert sie uns, wenn wir ihr nicht nur lesend, sondern mit dem ganzen Körper begegnen?

Mit Körperwahrnehmungsübungen, theaterpädagogischen Spielen und Methoden sowie gemeinsamem Austausch treten wir mit dem Drama in einen lebendigen Dialog. Gemeinsam erforschen wir, welche Resonanzen die Erfahrungen der Figuren in unseren eigenen Körpern und Lebenswelten auslösen. Wie prägen gesellschaftliche Normen unser Empfinden von Nähe und Distanz? Welche Körper erscheinen wem schützenswert, welche verletzlich oder fremd? Und welche Möglichkeiten eröffnet Literatur, diese Wahrnehmungen neu zu befragen?

Der Workshop verbindet literaturwissenschaftliche Forschung mit verkörperter Praxis (embodiment) und schlägt eine Brücke zwischen der Zwischenkriegszeit und unserer Gegenwart. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich – nur Neugier auf gemeinsames Forschen, Literatur und die Bereitschaft, sich auf neue Perspektiven einzulassen.

  • Festivalzentrum Workshop im Maria Katrina Stenberg Room.
  • Kostenloser Eintritt.
  • 20 Plätze verfügbar. Registriere dich vorab, um dir einen Platz zu sichern (siehe Button).
  • Barrierefrei zugänglich.
  • Weitere Informationen zur Barrierefreiheit hier.
Sat, 11/07/2026 - 15:00 Sat, 11/07/2026 - 16:30

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  • Festivalzentrum Workshop im Maria Katrina Stenberg Room.
  • Kostenloser Eintritt.
  • 20 Plätze verfügbar. Registriere dich vorab, um dir einen Platz zu sichern (siehe Button).
  • Barrierefrei zugänglich.
  • Weitere Informationen zur Barrierefreiheit hier.

Event Location

Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin
Germany