Fertile Void
Den Quanten nachspüren, von der Urzeit bis zur spektralen Dichte
Fertile Void ist eine Veranstaltungsreihe des Hauses der Kulturen der Welt (HKW). Dieses Jahr findet Fertile Void im Rahmen der Berlin Science Week statt, über die gesamten drei Tage des Festivalzentrums, vom 6.–8. November 2026. Mitwirkende wie Nicole L'Huillier, Amanda Piña, Carolina Cifras, Muindi Fanuel Muindi, Sha Xin Wei und Cécile Malaspina nähern sich dem Quantum Listening durch Performances, Keynote-Gespräche, Workshops, Sonic Essays und Diskussionen.
HKW PRÄSENTIERT FERTILE VOID
Fertile Void blickt auf die Versprechen und Erzählungen der Quantenwissenschaft und -technologie, wie sie sich in Ritualen, Kosmologien, sinnlichen Praktiken und Materialien einschreiben. Durch künstlerische Interventionen, Diskurs, Performances und Workshops untersucht Fertile Void, wie unterschiedliche Formen des Wissens und Seins dazu beitragen können, die gesellschaftlichen Realitäten zu verstehen, die aus Quantentheoremen entstehen, ebenso wie sie durch Technologie und neue Materialien Wirklichkeit werden.
Das diesjährige Programm richtet den Blick auf die Neuordnung der Sinne im Quantenmaßstab und legt einen besonderen Fokus auf die konstanten vibratorischen Bewegungen aller Materie – ein akustisches Kontinuum, das laut Quantenbiologie eine Rolle bei der Oxidation der Urerde gespielt haben könnte. In jüngerer Zeit können Forschende mithilfe quantenakustischer Experimente Teilchen in Quantencomputern "zuhören". Diese Computer sind für Superposition gebaut: jenes Phänomen, bei dem ein Teilchen oder eine Welle in mehreren möglichen Zuständen zugleich existiert, bis es gemessen wird. Dabei folgen die Forschenden sogenannten Phononen, quantisierten Schwingungen, und der "spektralen Dichte", die sie zeigen – also der Verteilung von Energie über verschiedene Frequenzen. Was einst reine Theorie war, wird damit greifbar: Quantenteilchen zuzuhören bedeutet, vielen sich überlagernden Möglichkeitsfeldern zugleich zuzuhören. Der zeitgenössische wissenschaftliche Diskurs nähert sich damit einer Idee der Komponistin Pauline Oliveros an: dem "Quantum Listening" – vielleicht aktualisiert er sie sogar. Oliveros beschrieb damit eine bewusste, aufmerksame Form des Zuhörens, die Offenheit für unterschiedliche Deutungen verlangt. Zwischen poetischen Interpretationen und wissenschaftlichen Beobachtungen wechselnd, fragt das diesjährige Programm: Könnte das Klangliche ein Ort sein, von dem aus eine andere, oder viele andere Welten möglich werden?
Ermöglicht durch
Schering Stiftung.