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Thermochemische Netzwerke – eine innovative Energieversorgungs- und Speicherlösung für fluktuierende, regenerative Erzeugersysteme

ZHAW Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften | Thomas Bergmann, Martin Buchholz

Ein Thermochemisches Netzwerk ist ein Energieversorgungssystem, welches insbesondere für Anwendungen im Niedertemperaturbereich (Heiz-, Kühl- und Klimatisierungsprozesse sowie industrielle Trocknungsprozesse) geeignet ist.

Im Gegensatz zu thermischen Wärmeversorgungsnetzen wird dabei nicht Wärmeenergie, sondern chemisches Potential in Form einer konzentrierten Elektrolytlösung transportiert, mit dem zum Zeitpunkt und am Ort des Bedarfes Nutzwärme oder -kälte produziert und Feuchtigkeit aus der Luft entnommen werden kann.

Der wesentliche Vorteil eines solchen “Potentialträgers” im Vergleich zu herkömmlichen Wärmeträgermedien besteht darin, dass das gespeicherte Potential über beliebig lange Zeiträume verlustlos erhalten bleibt. So können regenerative Energiequellen effizienter eingebunden und Abwärmequellen, die bislang nicht ökonomisch nutzbar waren, erschlossen werden. Ein weiterer Vorteil Thermochemischer Netzwerke besteht in der hohen “Energiedichte” des Transportmediums und dem wesentlich geringeren Energiebedarf für den Transport.

Das Einsatzspektrum Thermochemischer Netzwerke ist gross und umfasst sowohl industrielle Prozesse (z.B. Trocknungsprozesse) als auch die Gebäudeklimatisierung. Vorteilhaft bei Klimatisierungsanlagen ist die Möglichkeit einer simultanen, d.h. in einem Prozessschritt realisierbaren, Einstellung von Lufttemperatur und -feuchte sowie der Möglichkeit der Lufthygienisierung. Die Technologie bildet die Basis für eine neue Generation von Anwendungen in der Gebäudeklimatisierung.

Es werden verschiedene Anwendungen (Gewächshausklimatisierung, Trocknung von Kräutern, Raumklimatisierung), welche an der TU-Berlin und am IEFE in Winterthur im Rahmen diverser Projekte entwickelt werden, vorgestellt.

ÖFFENTLICHE DISKUSSION IM CAMPUS. BITTE ANMELDEN.

Diese Veranstaltung findet im Rahmen des Berlin Science Week CAMPUS‘ statt. Der Eintritt ist frei. Bitte reservieren Sie sich Ihr Ein- oder Zwei-Tagesticket hier.

Informationen über die physische Zugänglichkeit des Museums für Naturkunde finden Sie hier (siehe ” Experimentierfeld” für die genaue Lage auf der Karte).

About the Venue
CAMPUS
Invalidenstraße 43
Berlin, Berlin 10115 Germany

Thomas Bergmann

ZÜRCHER HOCHSCHULE FÜR ANGEWANDTE WISSENSCHAFTEN (ZHAW)

Dozent am Institut für Energiesysteme und Fluid-Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Lehrgebiet: Fluiddynamik, Technische Thermodynamik, Wärmeübertragung, Kraftwerkstechnik, Energie- und Verfahrenstechnik, Thermische Energiesysteme

Martin Buchholz

Technische Universität Berlin

Dr.-Ing. Martin Buchholz ist Forschungsverantwortlicher am Institut für Architektur, Fachgebiet Gebäudetechnik und Entwerfen der Technischen Universität Berlin sowie Gründer und Geschäftsführer der Watergy GmbH in Berlin. Er studierte Landschafts- und Umweltplanung an der TU Berlin und promovierte mit einer Arbeit zu solarbetriebenen Gewächshaussystemen im urbanen Kontext. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Klimatisierung geschlossener Biosysteme. Er meldete mehrere Patente zu diesem Thema an und gewann Forschungspreise wie den Ricardo Carmona Award (EU Projekt „Watergy“, 2006), den Climate KIC Innovators Award (EU Projekt „WE4CC“, 2016) und war mit Watergy Gewächshäusern unter 250 Einsendungen zweitplatzierter beim global ausgeschriebenen Buckminster Fuller Challenge 2010. An der TU Berlin initiierte er zahlreiche EU- und national geförderte Forschungsprojekte zum Gewächshausintegrierten Wasserrecycling, zur Gebäudeklimatisierung und zu urbanen Energiesystemen. Er ist Autor zahlreicher Fachpublikationen. Seine Forschungsarbeit wurde in zahlreichen Print- und Fernsehbeiträgen porträtiert.

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