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Prognosen für Mensch und Erde. Welches Wissen brauchen wir, um besser zu handeln?

Max-Planck-Gesellschaft | Katrin Böhning-Gaese, Jürgen Renn, Tanja Busse, Markus Reichstein

Bevölkerungswachstum, Klimawandel und Artenschwund verändern die Erde. Dabei hat der Mensch großen Anteil. Wie kann das Verhältnis von Mensch und Erde in Zukunft aussehen?

„Hören Sie auf vom Holozän zu sprechen – wir leben doch schon längst im Anthropozän.“
Paul Crutzen, 2002

Dass der Mensch das Erdsystem massiv beeinflusst und verändert, ist inzwischen gesichertes wissenschaftliches Wissen. Spätestens durch die Industrialisierung seit Anfang des 19. Jahrhunderts hinterlässt der Mensch seinen Fingerabdruck im Erdsystem. Wie Klimawandel, Erderwärmung und die Übernutzung der Erde durch eine wachsende Weltbevölkerung zusammenhängen, verstehen Wissenschaftler*innen inzwischen immer besser. Zugleich eröffnet der Blick auf das komplexe System dieses Zusammenwirkens neue und große Fragen, denen sich auch das neue Max-Planck-Institut für Geoanthropologie widmen wird. Es will das Zusammenwirken von Geosphäre und menschgemachten Systemen untersuchen. Denn es gelingt derzeit immer nicht, dieser fatalen Entwicklung entschieden entgegen zu treten.

Das Forum diskutiert, wie das Verhältnis von Mensch und Erde in Zukunft aussehen könnte und sollte. Haben wir überhaupt eine Chance, unser Verhalten zu ändern um schonender mit der Erde und ihren Ressourcen umzugehen? Bieten Erkenntnisse, Wissen und Technik – auf denen derzeit die größten Hoffnungen ruhen – einen Ausweg aus dem Dilemma? Welches Wissen brauchen wir und wo sollte die Forschung ansetzen? Oder steckt die auf Expansion angelegte Entwicklung des Menschen in einer Sackgasse? Können wir durch Kultur und Technik überhaupt zur Natur zurückzukehren, aus der wir kamen?

ÖFFENTLICHE DISKUSSION PER LIVESTREAM UND VOR ORT BEI DER VERTRETUNG DES FREISTAATES SACHSEN BEIM BUND. BITTE ANMELDEN.

Dieses Event kann digital oder physisch vor Ort besucht werden. Falls Sie die Veranstaltung physisch besuchen möchten, melden Sie sich bitte bis zum 02.11.2022 hier an.

Kurz vor Beginn der Veranstaltung wird der Stream auf dieser Seite zur Verfügung gestellt. Fügen Sie die Veranstaltung zu Ihren Favoriten hinzu und erhalten Sie eine Erinnerung per E-Mail. Den Link finden Sie zusätzlich hier.

Mehr Informationen zur Themenreihe “Mensch und Erde im Klima(Wandel)” finden Sie hier.

About the Venue
Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund
Brüderstraße 11/12
Berlin-Mitte, 10178 Germany
+4930206060

Prof. Katrin Böhning-Gaese ist Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und Professorin an der Goethe-Universität Frankfurt. Die Biologin und Trägerin des Deutschen Umweltpreises 2021 erforscht, wie der Klima- und Landnutzungswandel die biologische Vielfalt und Ökosysteme beeinflusst und welche Rolle biologische Vielfalt für menschliches Wohlergehen spielt. Als Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und weiterer wissenschaftlicher Gremien ist sie in der Politik- und Gesellschaftsberatung aktiv.

Foto Katrin Böhning-Gaese
Copyright: Peter Kiefer

Prof. Dr. Jürgen Renn ist Direktor am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte in Berlin (MPIWG) und am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie in Jena. Seine Forschung beschäftigt sich mit den langfristigen Entwicklungen der Wissenschaft, mit Bezug auf die Prozesse der Globalisierung und den historischen Dynamiken die zum Anthropozän führten. In über zwei Jahrzehnten am MPIWG haben seine zahlreichen Forschungsprojekte zur Wissensentwicklung in Bezug auf verschiedene Kulturen und historische Epochen neue Ansätze verfolgt, insbesondere in den Digital Humanities. Als Wissenschaftshistoriker war Jürgen Renn Autor oder Mitautor von über 60 Büchern, 140 Kapiteln und über 70 Artikeln mit Themen, die von der Geschichte der Mechanik in der Antike und der frühen Neuzeit bis zur Quantenphysik und der allgemeinen Relativitätstheorie reichen. Seine jüngste Monographie beschäftigt sich mit der Rolle der Wissenschaft im Anthropozäns.

Jürgen Renn ist Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, der Internationalen Akademie der Wissenschaftsgeschichte, und wurde von der American Association for the Advancement of Science zum Fellow gewählt. Seine Beiträge zur Wissenschaftsgeschichte wurden vielfach ausgezeichnet, unter anderem durch den Gustav Neuenschwander Preis, den Francis-Bacon Award und die Medaglia Commandiniana. Zuletzt wurden Jürgen Renn für seine Beiträge zur Geschichte und Philosophie der Wissenschaft die Ehrendoktorwürden von der Tel Aviv Universität und von der Hebrew University Jerusalem verliehen.

 

Foto Jürgen Renn
Copyright: Bernd Wannenmacher

Tanja Busse ist Autorin und Moderatorin und schreibt unter anderem für die Süddeutsche Zeitung und den Freitag. Sie studierte Journalistik und Philosophie in Dortmund, Bochum und Pisa. Als Redakteurin arbeitete sie von 2002 bis 2003 beim WDR. Sie ist u.a. Fellow am DFG-Forschungskolleg „Zukünfte der Nachhaltigkeit“ an der Universität Hamburg. Tanja Busse moderiert Diskussionen und Konferenzen zu den Themen Landwirtschaft, Nachhaltigkeit, Ernährung, Ökologie, Ressourceneffizienz. 2019 erschien „Das Sterben der anderen. Wie wir die Biodiversität noch retten können“: Zusammen mit Frank Adloff hat sie 2021 das Buch „Welche Rechte braucht die Natur? Wege aus dem Artensterben“ herausgegeben.

 

Foto Tanja Busse
Copyright: Georg Schweisfurth

Markus Reichstein

Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena

Markus Reichstein ist ein deutscher Geowissenschaftler mit dem Forschungsschwerpunkt Wechselwirkungen zwischen Klima und Ökosystemen. Seit Mitte 2012 ist er Direktor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena und seit 2014 Professor für Globale Geoökologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Seine Forschung widmet Reichstein den Biogeochemischen Kreisläufen und der Dynamik des Erdsystems, insbesondere der Modellierung von Ökosystemreaktionen auf Klimawandel und -variabilität. In den letzten Jahren befasst er sich zusätzlich mit den Themenbereichen Extremereignisse und gesellschaftliche Resilienz gegenüber Klimaextremen.

Reichstein erhielt vielfache Auszeichnungen, darunter einen Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis für 2020. Seit mehreren Jahren zählt er zu den hochzitierten Wissenschaftlern in den Geo- und Umweltwissenschaften.

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